Notensatz / Edition
Aus verschiedenen Anlässen habe ich mich - notgedrungen, aber auch mit Freude - mit dem Thema Notensatz befasst. Sei es die nicht erhältliche Transposition eines Liedes, Edition von Aufführungsmaterial aus Handschriften oder schlicht das Herstellen von Aufgabenblättern für den Musiktheorieunterricht - Alles lässt sich heute elegant mit dem Computer erledigen.
Daher biete ich an, auf Anfrage Noten für den Eigenbedarf zu setzen - nebenbei, sofern es meine Zeit erlaubt. Mein vorrangiges Angebot bezieht sich auf die Transposition von Liedern, da sich dies mit meinen eigenen Tätigkeiten am besten deckt. [Auf Anfrage ediere ich Ihnen auch gerne Musik aus ungedruckten Quellen, doch das ist selbstverständlich eine aufwändigere, verantwortungsvollere Aufgabe - kontaktieren Sie mich einfach, um mehr über meine einschlägigen Referenzen zu erfahren.]
Das Besondere an meinem Angebot ist vielleicht , dass ich auf konsequenten Minimalismus setze. Nur der nötigste Aufwand für gut verwendbares und leserliches Notenmaterial wird betrieben und keine Zeit mit rein ästhetischen Korrekturen zugebracht. Das Ergebnis sind Partituren, die zwar aus typografischer Perspektive mit Mängeln behaftet, jedoch schnell hergestellt und für den praktischen Gebrauch völlig ausreichend sind.
Möglich wird dies durch das hervorragende Notensatzprogramm
LilyPond, das bereits aus der einfachen Eingabe des musikalischen Materials sehr schönen und vor allem gut lesbaren Notensatz erzeugt. Um veröffentlichungsreifen Notensatz zu produzieren, sind natürlich auch hier manuelle Korrekturen erforderlich, aber das automatische Ergebnis ist in den allermeisten Fällen bereits hervorragend für Aufführungszwecke geeignet. (Warum das so ist, kann man sehr schön in dem
Einführungsaufsatz auf der Webseite der Software nachlesen.) So kann ich für Sie Noten zu einem hoffentlich für beide Seiten attraktiven Preis erstellen. Fragen Sie mich einfach an, dann kann ich Ihnen - je nach Komplexität der Vorlage - ein Angebot machen.
Auf der rechten Seite sehen Sie eine Reihe von Beispielen, welche die Stärken und Schwächen des Programms dokumentieren - wobei man gerade an Hand der schwächeren Stellen dessen eigentliche Qualität ermessen kann.
Betrachten Sie die Beispiele nicht unter einem ästhetischen/grafischen Aspekt, sondern unter dem Aspekt der Les- und Verwendbarkeit auf dem Notenpult, und Sie werden sehen: Selbst eine von relativ gravierenden Fehlern "verseuchte" Partitur ist im Vergleich mit vielen anderen computergesetzten Noten immer noch sehr gut lesbar.
Mit einem Klick auf die Vorschaubilder erhalten Sie jeweils eine PDF-Datei mit größeren Ausschnitten.
Dies war mein erster Versuch mit Lilypond. Eine Orchesterstimme war schlecht lesbar, insbesondere hinsichtlich der rhythmischen Differenzierung. Daher gab ich dem Programm eine Chance und war sehr zufrieden mit der Lesbarkeit. Drucken Sie die Seite aus und stellen Sie sie mit Abstand auf ein Notenpult, und Sie werden sehen, was ich meine. Ab diesem Moment konnte ich die Stelle problemlos spielen - hätten die Anderen (Celesta und Vibrafon) auch solche Noten gehabt, hätten wir sicherlich perfekt zusammengespielt
Klassische Musik bis zum mittleren 19. Jahrhundert ist eine große Stärke von LilyPond. Dieses Beispiel eines transponierten Schubert-Lieds weist keine einzige manuelle Korrektur auf. Die minimalen Notensatz-Mängel beeinträchtigen die Lesbarkeit nicht im Geringsten.
Ein typisches Beispiel für den Satz spätromantischer Musik. Die Komplexität des Notenbildes würde eine ganze Reihe manueller Eingriffe erforderlich machen, um es veröffentlichungsreif zu machen. Für den praktischen Gebrauch sind die Fehler (hauptsächliches Problem sind die verschiedenen Überlappungen mit Bögen) jedoch tolerabel.
Ein sehr komplexes Beispiel, das die Qualität auch bei schwieriger Musik zeigt. Die meisten Notationsprobleme werden bereits im Vorfeld durch die korrekte Zuordnung zu verschiedenen Stimmen vermieden. In dem ganzen Stimmengewirr müsste man lediglich eine einzige Note manuell verschieben
Allerdings weist das Beispiel kaum Bögen (die noch größte Fehlerquelle) auf, und unter den wenigen müsste einer eigentlich korrigiert werden.
(Arnold Schönberg,"Nie ward ich, Herrin, müd" , Nr. 4 aus "6 Orchesterlieder" für Gesang und Orchester op. 8/4 © Copyright 1911 by Universal Edition A.G., Wien/UE 3041
www.universaledition.com)
Ein weiteres komplexes Beispiel. Diese Zeile wurde mit nur wenigen manuellen Korrekturen frei von Kollisionen gemacht. Das
Tutorial zeigt, welche Schritte dafür erforderlich waren.
Zugegeben, bei diesem Beispiel ist bereits einige manuelle Nachhilfe mit im Spiel. Und es wäre noch Einiges an Arbeit nötig, wollte man es veröffentlichen. Aber diese Noten sind bereits wesentlich besser lesbar als das Notenmaterial, das man vom Verlag bekommt (was auch der Anlass für den Neusatz war ...). Insofern ist auch dies ein schönes Beispiel für die Leistungsfähigkeit von LilyPond.






